Unternehmen, Geschichte und Philosophie

Geschichte - Elisabeth Hanisch

Mit Elisabeth Hanisch begann das Bahnhofsgeschäft


Es war eine segensreiche Fügung, daß Carl Wilhelm Hanisch die junge Mitarbeiterin Elisabeth Erdmann kennen- und liebenlernte, die bereits 1882 in den Betrieb eintrat.
Vom Elternhaus her berufsfremd in der Welt der Gärtnerei und Bindekunst, zeigte die hübsche 20jährige eine große Begeisterung für Blumen. Ihre besondere künstlerische Begabung und Geschicklichkeit und ihren auserlesenen Geschmack stellte sie dann ab 1885 als Leiterin des Stadtgeschäftes in der Grimmaischen Straße unter Beweis. Ihre Schaufensterausstellungen waren stets Anziehungspunkt der Blumenfreunde Leipzigs.
Dabei gelang es Elisabeth Hanisch mit dem ihr eigenen Engagement, Hausfrauen- und Mutterpflichten und ihre verantwortungsvolle Geschäftstätigkeit in Einklang zu bringen. Während sich zu Anfang dieses Jahrhunderts überall in Deutschland Frauen zusammenschlossen, um für ihre politische, kulturelle und soziale Gleichstellung zu kämpfen, mußte Elisabeth Hanisch nach dem frühen Tode ihres Mannes 1912 diese Stellung unfreiwillig einnehmen und die Firma alleine führen.
 

Der Beginn einer neuen Epoche der Firmengeschichte: Die Eröffnung des Stadtgeschäftes 1885.
Schon 1884 war Fräulein Elisabeth Erdmann, später Hanisch, als Lehrling in die Firma eingetreten. Sie begründete das Bahnhofsgeschäft, das sich hier zur Ankunft Königs Friedrich Albert 1913 festlich dekoriert präsentiert.
Der erste Blumenstand 1912 im Leipziger Bahnhof.
Das bedeutet heute:
160 Jahre BLUMEN-HANISCH und 84 Jahre Pächter bei der Bahn!

 

Eine große Anerkennung wurde ihr zuteil, als auch sie vom letzten Sachsenkönig die für eine Frau gewiß seltene Auszeichnung »Hoflieferant« erhielt.
Mit geschäftlichem Weitblick sah Elisabeth Hanisch gute Umsatzchancen im Leipziger Hauptbahnhof. Als er 1912 eröffnet wurde, begründete sie dort mit einem Blumenkiosk in der Westhalle, dem 1916 ein zweiter in der Osthalle folgte, die heute 74jährige Tradition als Pächter bei der Deutschen Bahn.

Nach reichem, erfolgsgekrönten Wirken in den ersten Jahren ihrer Geschäftsleitung wurde die Last der alleinigen Verantwortung dann drückender mit Beginn des 1. Weltkrieges. Bevor die Söhne von der Front heimkehrten, mußte Elisabeth Hanisch die Firma durch die schwere Zeit steuern. Die folgenden Nachkriegswirren verlangten Zähigkeit und Liebe zum Beruf, um den Betrieb überhaupt zu erhalten.
Anfang 1921 übergab Elisabeth Hanisch ihrem Sohn Alfred die Firma.

Sie starb kurz vor der 100-Jahr-Feier im Jahr 1935.